aus der Badischen Zeitung vom30.11.2010

Die katholische Kirchengemeinde St. Michael und die politische Gemeinde ziehen an einem Strang. Das gute Verhältnis zwischen Politik und Kirche hatte sich auch bei der Finanzierung des 1,4 Millionen teuren Neubaus des katholischen Gemeindezentrums "Oskar Saier" gezeigt. Pfarrer Ivan Hoyanic und Bürgermeister Stefan Dorfmeister kamen überein, dass die Gemeinde das Kindergartengebäude und das daran angrenzende "alte Dorfhaus" zum Preis von 290 000 Euro erwarb. Davon unberührt blieb die Trägerschaft des Kindergartens. Sie wird wie bisher von der katholischen Kirchengemeinde St. Michael wahrgenommen.
Der Geldumschlag über den Kauf des alten Dorfhauses wurde in der vergangenen Woche symbolisch übergeben. Für die Gemeinde ergeben sich mit dieser Beteiligung an der Finanzierung durchaus auch Vorteile, denn man habe nun die Möglichkeit, in dem Gebäude des "alten Dorfhauses" bis zum Jahr 2013 eine Kinderkrippe für die Betreuung der ein- bis dreijährigen Kleinkinder zu realisieren, erläuterte Stefan Dorfmeister anlässlich eines Pressegespräches. Ein Bedarf hierfür sei in der Gemeinde gegeben, denn nach den Ermittlungen würden die Eltern von zwölf Kindern dieses Angebot annehmen, so der Bürgermeister.

Ein erster Schritt zur Umsetzung des Projekts "Kinderkrippe" wurde deshalb von der Gemeinde in diesem Jahr eingeleitet. "Wir haben beim Regierungspräsidium einen entsprechenden Antrag gestellt und auch schon Zuschussmittel in Höhe von 144 000 Euro zugesagt bekommen", erklärte Stefan Dorfmeister. Diese Summe will die Gemeinde zum Innenausbau des Dorfhauses verwenden.

Bei der Ermittlung der Bedarfszahlen für die Kinderkrippe hat die Gemeinde auch einen neuen Bedarfsplan für den Kindergarten aufgestellt. Dabei habe sich gezeigt, so Dorfmeister, dass von berufstätigen Müttern die Einrichtung einer sogenannten VÖ-Gruppe (Verlängerte-Öffnungszeiten-Gruppe) gewünscht werde. Zurzeit werden im Kindergarten drei Regelgruppen von 7.40 bis 12.40 Uhr und von 14 bis 16.30 Uhr betreut.

Würde man von den bisherigen drei Regelgruppen eine auflösen, so könnte eine Gruppe mit verlängerten Öffnungszeiten eingerichtet werden, in der die Kinder ab 7.30 Uhr (also zehn Minuten früher) bis mittags um 13 Uhr oder alternativ bis 13.30 Uhr betreut werden könnten, waren die Überlegungen von Stefan Dorfmeister. Die Anpassung der derzeitigen Arbeitsverträge des Kindergartenpersonals sieht Stefan Dorfmeister als machbar an.